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Taggi Redakteur

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Im Klassenzimmer sitzen Kleine Füchse

In der Grundschule Friedland gibt es seit einigen Wochen nicht nur Lehrer und Schüler. Auch Kleine Füchse und Tagpfauenaugen saßen vor den Ferien in den Klassenzimmern – allerdings nicht zum Lernen. Die Schmetterlinge werden von Schülern aufgezogen.



Bereits im vergangenen Jahr haben sich die Friedländer Grundschüler mit der Pflege der Schmetterlinge beschäftigt. Und auch die Kindergartenkinder aus Friedland und Reiffenhausen konnten vor den Ferien die Schmetterlinge bestaunen.


In diesem Jahr sind die Grundschüler zudem in die Forschung gegangen. Sie haben Kontakt zu einem Wissenschaftler aufgenommen, der versucht, auch die ganz besonders kniffligen Fragen zu beantworten. Dr.Robert Trusch arbeitet beim Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe und ist damit ein echter Schmetterlingsexperte.


Und da Forschung im Interesse der Allgemeinheit passiert, bekommt man dafür manchmal Geld. So auch die Friedländer Kinder, die vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft, Berlin 5000 Euro erhalten haben, um sich noch professioneller mit Schmetterlingen beschäftigen zu können. Von diesem Geld sollen nun Mikroskope angeschafft werden, mit denen sich noch genauere Untersuchungen anstellen lassen. Außerdem soll im nächsten Jahr der Schulhof „schmetterlingsgerecht“ umgestaltet werden. Es sollen Brennnesselecken und eine Blumenwiese entstehen. Außerdem wollen die Schüler  Schmetterlingsflieder pflanzen.


Die Kinder haben bereits erste Erfolge der „Forschung“ verzeichnen können, indem sie selbst Beobachtungen gemacht und sich viele Fragen beantwortet haben. Zudem haben sie die Raupen gefüttert. Dabei stellten sie fest: Nicht alle Raupen mögen Brennnesseln. Sollten auch Raupen bestimmte Lebensmittel nicht mögen wie manche Kinder Spinat oder Zwiebeln? Robert Trusch, der Schmetterlingsexperte, hat ihnen erklärt, dass es genau umgekehrt ist: Nicht alle Brennnesseln schmecken gleich. „Vom überdüngten Feldrand schmecken sie den Raupen nicht so gut wie vom naturnahen Wald- oder Wiesenrand“, sagt Trusch.


Und auch die wichtigste Schmetterlingsfrage wurde von den Kindern gestellt: Wie wird aus einer hässlichen Raupe ein schöner Schmetterling? Diese Frage könne leider auch der beste Schmetterlingsexperte nicht beantworten, so Trusch. „Das ist eine schwierige Frage, denn sie ist bis heute noch nicht vollständig von der Wissenschaft verstanden“, sagt Trusch. Er erklärt die Verwandlung damit, dass sich ein Raupenkörper während der verpuppten Zeit in seine einzelnen Zellen zerlegt. In der Puppe organisieren sie sich neu und ein Schmetterling entsteht. Bei Tagpfauenaugen dauert das in der Regel zwei Wochen.


Bei der Kinderuni im Januar wollen die Schüler ihre Forschungsarbeiten vorstellen. Die Fragen der Kinder und Antworten von Dr. Trusch gibt es hier.


Von Nadine Eckermann und Marie-Luise Rudolph